Mittelstand intensiviert Internetnutzung
Diente das Internet noch vor einigen Jahren als reines
Informations- und Kommunikationsmedium, gewinnen aufwändigere
Anwendungen zunehmend an Bedeutung. Das zeigt die aktuelle Studie
"Elektronischer Geschäftsverkehr im Mittelstand und Handwerk".
So nutzen beispielsweise 93,9 Prozent der Befragten das Internet
zumindest gelegentlich zur Beschaffung, 89,9 Prozent zum
Datenaustausch und 71,0 Prozent für den Kundenservice. Jedoch
werden die Potenziale vieler Internetoptionen erst ansatzweise
ausgeschöpft: So verkauft derzeit nur jedes zweite Unternehmen
online, etwa ein Drittel beteiligt sich an elektronischen
Ausschreibungen und rund die Hälfte nutzt die
Möglichkeiten des Mobile Business.
Auch die Vorteile von Web 2.0 wissen bislang nur die wenigsten KMU
für sich zu nutzen. Obwohl das Schlagwort Web 2.0 in aller
Munde ist, haben kleine und mittelständische Unternehmen das
Potenzial von Web 2.0-Diensten und -Anwendungen noch nicht voll
erkannt. Die wichtigsten Ziele beim Einsatz von Web
2.0-Instrumenten stellen für sie bislang die
Informationsgewinnung und die Erhöhung des Bekanntheitsgrades
dar. Die Befragten sehen in Web 2.0 jedoch nicht nur Chancen,
sondern vielfach auch Gefahren: Insbesondere die rechtlichen
Risiken (84,0 %) und die Gefahr des Missbrauchs durch externe
Nutzer (82,6 %) sehen die befragten Unternehmen als
größte Risiken von Web 2.0-Diensten und -Anwendungen
an.
Aber nicht nur das Thema Web 2.0 ist mit vielen unbeantworteten
Fragen behaftet. Der Informationsbedarf der kleinen und
mittelständischen Unternehmen zum E-Business ist insgesamt
stark ausgeprägt und sehr heterogen: Das Interesse
beschränkt sich nicht auf einige wenige Themen, sondern
verteilt sich auf zahlreiche unterschiedliche Aspekte. Die Netz-
und Informationssicherheit wird von den Befragten durchgängig
als wichtigstes Thema angesehen, gefolgt von den Themen
"Online-Recht" und "Datenaustausch mit Externen". "Die Ergebnisse
spiegeln die bestehende Unsicherheit der kleineren Unternehmen
wider, das Internets vollständig in die bestehenden
Geschäftprozesse zu integrieren" sagt Dr. Kai Hudetz,
stellvertretender Geschäftsführer des Instituts für
Handelsforschung (IfH) und Bereichsleiter des dort angesiedelten
E-Commerce-Center Handel.
Der 82-seitige Berichtsband steht unter www.ecc-handel.de zum
kostenfreien Download bereit.

